Genau das richtige zum Sommer:
Arktikel mit obiger Headline und folgender Sub-Headline: "Ein Psychoakustiker untersucht den Klang beim Einschenken – und gibt Brauern Tipps für die Flaschenhälse"

Bitte beachten Sie das Kleinod an Bildunterschrift (BU).
Camouflage ist nicht kaputt zu bekommen. Da geht noch einiges.
Grossartige Stimmung am Wochenende. Bis eben. Und die Nachbarn ihre Kuschelrock CD ausgepackt haben. Da fällt mir ein, Rückenschmerzen habe ich auch. Mein lieber Freund Knud würde sicherlich von Psychosomatik zu berichten wissen. So viele Pläne, so wenig Energie. Wo soll die denn herkommen, bitte, der Herr, sagt der Kaffeetisch-Mitbewohner.
Wie ich aus gut informierten Quellen erfahre, ist es wohl schon eine Zeit unmöglich, bei TINRS Kommentare zu hinterlassen. Da hat wohl mein Herr Systemaufrechterhalter geschlampt. Ich werde mich dieser Sache annehmen. Denn: comments = love, irgendwie.
Update: Jetzt wieder Zweibahnstrasse.
Anfang: Das Kind war beim Vater geparkt.
(Die Zwei Freunde sassen wie hingewürfelt an der Bar. Ihr Auftrag: Prüfen und Urteil abgeben. Am nächsten Wochenende.)
In der Zwischenzeit die viel zu kleine Wohnung. Es roch nach Zwiebeln. Das Bett war klein. Körper bilden eine Parallele (vergiss den Abstand nicht). Von oben gesehen: Zwei Menschen kratzen sich am Kopfe. Zufällig liegen sie nebeneinander). Über dem Bett: Ein Geist schwebt, die Form des "Ex".
Ihre Arme dünn, pergamenten.
Sie: "So ist das mit dem älter werden."
Nicht klar, was passieren sollte. Im Zweifelsfall vielleicht besser nichts. Deswegen trank man Tee – eine exquisite Gelegenheit, das Bett zu verlassen.
(Insert: Man schreibt den Text in einer Bar. Der Kollege sagt die beste Band der Welt auf. Ich vergesse sofort, um wen es sich handeln mag. Ich wünsche, an der Bar zu sitzen. Ich stehe. Setzen dauert noch zwei Stunden, höre ich. Der Barmann findet seine Exotica CD nicht. Der Laden füllt sich. Ob man hier wohl auch Drogen kaufen kann? Vielleicht im Gang zur Toilette? Rein hypothetisch natürlich nur. Ich traue mich nicht zu fragen. Dann: Der Barmann hat seine Buena Vista Social Club CD gefunden.)
Umsehen – mir wird klar: mache nie den Fehler, dich mit einem dicken Buch (700+ Seiten) und Doppelkinn und Weizenbier an eine Bar zu setzen. Doch für heute bin ich befreit von solchen Sorgen: ich habe mein Doppelkinn vergessen.
Die Frau mit dem kaputten Hollandrad (eigentlich habe ich ihren Gepäckträger kaputtgesessen). Die Frau mit der kleinen Tochter auf Öland. Die Frau mit dem Walldorf-Sweatshirt (Batik). Die Frau, die sagte: "Im Luxus ist noch nie was schief gegangen."
Die Frau an der Rezeption. Die Frau mit dem Pepita-Shirt (ich sprach sie an). Die Frau, die Judith Hermann von mir erzählte. Die Frau, die den Fickenden am Hoffenster zuzusehen pflegte. Die Frau, die mir Cini Minis zum Frühstück anbot (es gab sonst nichts).
Die Frau mit dem roten BMW. Die Frau mit dem silbernen BMW Cabrio. Die Frau, die mit ihrem Vater eine WG bewohnte und Bob-Marley-Poster über dem Bett bevorzugte. Die Frau mit der Pistole in der Tasche. Die Frau mit dem Pulver, die mir ihr Polizei-Feuerzeug lieh. Die Frau mit den Hörspiel-kassetten. Die Frau, die Spaghetti Carbonara für mich kochte. Die Frau mit dem Postfahrrad.
Die Frau, die mit dem Techno-DJ schluss gemacht hatte. Die Frau aus dem Aargau. Die Frau, die sieben Monate ihre Tage nicht bekam. Die Frau, deren Mittagspause ein immerwährendes Geheimnis ist. Die Frau, die mir Berlins schlimmste Absturzkneipe bekannt machte. Die Frau, die nur Disney-Videos mit mir sehen wollte.
Die Frau, die gerade die Vorzüge einer Dreiecksbeziehung zu schätzen lernte. Die Frau, die in meiner Anwesenheit ohnmächtig wurde. Die Frau, die mir Whiskey trinken beibrachte. Die Frau, die am nächsten Morgen wieder zu ihren Grundschülern zurückmusste. Die Frau mit den blonden Stachelbeerbeinen. Die Frau, deren Volleyballkarriere nicht starten wollte.
Die Frau, die mich mit Jeninek und Absinth bekannt machte. Die Frau, die mir Kuchen von der Arbeit mitbrachte. Die Frau mit der roten Perücke. Die Frau, die mir ein YES-"Torty" zum Geburtstag brachte. Die Frau, die mich herauswarf, weil ich ihren Küchenboden nicht mit genügend Respekt behandeln wollte. Die Frau, mit der ich eine Nacht im Kofferraum eines VW Golf verbrachte. Die Frau, die ein schwedischer Kinderstar gewesen war.
Die Frau aus dem Studentenheim. Die Frau, die McDonalds-Spielzeug als Haarschmuck trug. Die Frau, die (nun) in der Stadtverwaltung arbeitet. Die Frau, die mich als erste komplett ignorierte. Die Frau, die ein kettcar besass (und mich fahren liess). Dann riss die Kette. Kettcar ohne Kette = nichts gutes. Die Frau, deren Buchregal sich "Sextips for Girls" und "Mein Kampf" teilten.
Januar 2004.
compiled from memory
Am Ort, an dem ich mich jeden Tag mehrere Stunden aufhalte, wurde die These aufgestellt, man solle Ahnungen festhalten. Aufschreiben. Festnieten. Und dann was draus machen. Oder nicht. Ob das hier auch funktionieren würde?